Tagespflege

  • Tagespflege ist die familienähnlichste Art der stunden-/tageweisen Unterbringung von Kindern....
    Tagespflege ist die familienähnlichste Art der stunden-/tageweisen Unterbringung von Kindern.

    Bei der Tagespflege ist zu unterscheiden zwischen privater/selbstorganisierter Tagespflege und der über das Jugendamt vermittelten Tagespflege.

    "Private Tagespflege" kann es aufgrund neuen gesetzlichen Vorschriften nur noch geben, wenn die Betreuungszeit eines Kindes unter 15 Wochenstunden liegt und die Eltern die Kosten vollständig selbst tragen.

    Aufgrund der Änderungen des Bundesrechts in Form des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) zum 01.01.2005 und des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe ( KICK ) zum 01.10.2005, hat sich die Tagespflege in den letzten Jahren grundlegend geändert. Sie stellt nun eine gleichberechtigte Betreuungsform neben den institutionellen Formen wie Tagesstätte oder Kindergarten dar und schließt vorhandene Lücken im System der Kinderbetreuung, speziell im Bereich der unter dreijährigen Kinder. Sie ist ein Mittel, das von Bund und Länder angestrebte Ziel der bestmöglichen Unterstützung von Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu erreichen.
    Tagespflege kommt somit dann in Betracht, wenn sich andere Tagesbetreuungsformen (Kindertagesstätte, Kindergarten, Hort) wegen fehlender Plätze, unzureichender Öffnungszeiten oder des Alters des Kindes als nicht angemessen erweisen oder den Vorstellungen der Eltern nicht entsprechen.

    Zudem kann Tagespflege als Hilfe zur Erziehung erfolgen, wenn die Eltern im alltäglichen Ablauf Entlastung oder erzieherische Unterstützung benötigen.

    In der Regel findet die Betreuung im Haushalt der Tagespflegeperson statt. Sie kann aber auch im Haushalt der Eltern erfolgen. Großpflegestellen können Tagesbetreuung auch außerhalb des eigenen oder des Haushalts der Eltern in kindergeeigneten Räumen anbieten.

    Die Betreuungszeiten sowie alle anderen Absprachen treffen die leiblichen Eltern mit der Tagesbetreuungsperson und bei der Tagespflege als Hilfe zur Erziehung unter Beteiligung des Jugendamtes. Es empfiehlt sich, einen Betreuungsvertrag abzuschließen, in dem die Absprachen schriftlich festgehalten werden. Zudem sind eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Betreuungsperson sowie regelmäßiger Austausch unabdingbar, damit das Kind die notwendige Kontinuität und Erziehungszuverlässigkeit erfahren kann.

    Qualifizierte und vom Jugendamt anerkannte Tagespflegepersonen benötigen ab dem ersten zu betreuenden Kind eine Pflegeerlaubnis des Jugendamtes, wenn sie mehr als 15 Stunden wöchentlich, länger als drei Monate und gegen Entgelt Kinder betreuen. Voraussetzung für die Erteilung der Pflegeerlaubnis sind die persönliche Geeignetheit sowie das Vorhandensein kindergeeigneter Räumlichkeiten. Sie gilt maximal für die gleichzeitige Betreuung von 5 Kindern.

    Vom Jugendamt vermittelte, anerkannte und qualifizierte Tagesbetreuungspersonen werden vom Jugendamt bezahlt. Zudem werden in der Regel Ausfallzeiten wie Urlaub und Fehltage (bis maximal vier Wochen jährlich) finanziert.

    Das Jugendamt setzt entsprechend dem Einkommen der Eltern den Kostenbeitrag fest, den diese zahlen müssen.

    Kinder, die von einer qualifizierten und vom Jugendamt anerkannten Tagespflegeperson betreut werden, sind gesetzlich unfallversichert. Die Tagespflegeperson übernimmt mit der Betreuung eines Pflegekindes die Aufsichtspflicht und die damit verbundenen haftungsrechtlichen Konsequenzen.

    Das Jugendamt ist sowohl gegenüber den Eltern als auch gegenüber der Tagespflegeperson zur Beratung und Unterstützung verpflichtet (Versicherungs- und Haftungsfragen, Vermittlung einer geeigneten Betreuungsperson oder bei Schwierigkeiten zwischen Eltern und Betreuungsperson usw.).

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