Jugendamt

  • Das Jugendamt ist ein kommunale Einrichtung, die aus dem Jugendhilfeausschuss und der Verwaltung besteht....
    Das Jugendamt ist ein kommunale Einrichtung, die aus dem Jugendhilfeausschuss und der Verwaltung besteht. Der Jugendhilfeausschuss ist das politische Entscheidungsgremium, die Verwaltung führt die Geschäfte.
    Damit ist das Jugendamt als einzige deutsche Behörde zweigliedrig strukturiert. Diese Zweigliedrigkeit soll sicherstellen, dass die Ausgestaltung der Jugendhilfe nicht allein kommunalen Behördenvertretern obliegt, sondern dass hieran auch engagierte und erfahrene Personen (unabhängige Einzelpersonen oder Vertreter von freien Trägern) beteiligt sind.

    Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt muss über ein Jugendamt verfügen. In NRW können auch bei großen und mittleren kreisangehörigen Gemeinden Jugendämter errichtet werden.

    Struktur und Arbeitsfelder der Jugendämter sind im SBG VIII (Kinder- und Jugendhilfe) geregelt.

    Die Jugendhilfe hält ein weites Spektrum an Leistungen bereit. Für Pflegeeltern von Bedeutung sind insbesondere folgende Arbeitsfelder:
    · Förderung der Familienerziehung, z.B. durch Beratung in Erziehungsfragen, Eltern- und Familienbildung,
    · Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII Vollzeitpflege) und alle damit zusammenhängenden Aufgaben,
    · Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche (§ 35a SGB VIII Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche),
    · Inobhutnahme von Kindern (§ 42 SGB VIII Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen),
    · Hilfeplanung bei längerfristigen erzieherischen Maßnahmen (§ 36 SGB VIII Mitwirkung, Hilfeplan),
    · Beratung bei der Ausübung der Personensorge (§ 18 SGB VIII Beratung und Unterstützung bei der Ausübung der Personensorge und des Umgangsrechts),
    · Unterstützung des Vormundschafts- und des Familiengerichtes bei allen Maßnahmen, die die Sorge für die Person eines Kindes/Jugendlichen betreffen,
    · Mitwirkung in Verfahren vor den Vormundschafts- und Familiengerichten (§ 50 SGB VIII Mitwirkung in Verfahren vor den Familiengerichten),
    · Beteiligung in Vormundschafts- und Familiensachen vor dem Familiengericht,
    · Heimerziehung (§ 34 SGB VIII Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform),
    · erzieherischer Kinder- und Jugendschutz (§ 14 SGB VIII Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz),
    · Betreuung und Versorgung des Kindes in Notsituationen (§ 20 SGB VIII Betreuung und Versorgung des Kindes in Notsituationen),
    · Erziehung in der Tagesgruppe,
    · Beratung in Fragen der Partnerschaft, bei Trennung und bei Scheidung (§ 17 SGB VIII Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung),
    · sozialpädagogische Familienhilfe (§ 31 SGB VIII Sozialpädagogische Familienhilfe).
    · Beteiligung an Jugendstrafverfahren durch die Jugendgerichtshilfe.

    Die Jugendämter sind nicht dazu verpflichtet, diese Leistungen alle in eigener Zuständigkeit bereitzustellen. Vielmehr werden sie zum Teil von Trägern der freien Jugendhilfe (z.B. Wohlfahrtsverbänden) angeboten. Das Jugendamt ist in diesen Fällen für die Vergabe der Leistungen an die freien Träger, für die Koordination und die Vermittlung der Leistungen zuständig.

    Die Leistungsberechtigen haben "das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Hilfe zu äußern. Der Wahl und den Wünschen soll entsprochen werden, sofern dies nicht mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden ist. Die Leistungsberechtigten sind auf dieses Recht hinzuweisen" (§ 5 SGB VIII Wunsch- und Wahlrecht). Dies bedeutet, dass das Jugendamt die Eltern (und soweit wie möglich das Kind) in die Hilfeplanung einbeziehen muss.

    zum Diskussionsforum "Jugendamt/Freie Träger "

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