Elternzeit

  • Die Elternzeit bietet Arbeitnehmern (in bestehenden Arbeitsverhältnissen nach deutschem Arbeitsrecht) die Möglichkeit, sich ihrem Kind zu widmen und zugleich eine berufliche Perspektive zu behalten....
    Die Elternzeit bietet Arbeitnehmern (in bestehenden Arbeitsverhältnissen nach deutschem Arbeitsrecht) die Möglichkeit, sich ihrem Kind zu widmen und zugleich eine berufliche Perspektive zu behalten. Ein Anspruch besteht auch bei befristeten Verträgen, bei Teilzeitarbeitsverträgen und bei geringfügigen Beschäftigungen, während der Ausbildung oder einer Umschulung/ beruflichen Fortbildung oder bei in Heimarbeit Beschäftigten.

    Elternzeit kann in Anspruch genommen werden, wenn das Kind im Haushalt der Person, die Elternzeit beantragt, lebt und von ihr überwiegend selbst betreut und erzogen wird. Somit haben auch Pflegeeltern unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Elternzeit. Sie haben allerdings keinen Anspruch auf Elterngeld, da der Unterhalt des Kindes durch das pauschalisierte Pflegegeld sichergestellt ist.

    Die Elternzeit umfasst maximal drei Jahre. Während leibliche Eltern einen Anspruch auf Elternzeit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes haben und mit Zustimmung des Arbeitgebers einen Anteil von längstens 12 Monaten auch auf die Zeit bis zum achten Geburtstag des Kindes übertragen können gelten für Vollzeit-Pflegeeltern oder bei der Adoptionspflege andere zeitliche Voraussetzungen: Die gesamte dreijährige Elternzeit kann ab Aufnahme des Kindes bis maximal zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes genommen werden, die Regelung, mindesten zwei Jahre während der ersten drei Lebensjahre des Kindes zu nehmen (und ansonsten Zeiten verfallen zu lassen) greift hier nicht. Damit hat der Gesetzgeber der Tatsache, dass Pflege- und Adoptivkinder bei der Vermittlung häufig schon älter sind, Rechnung tragen. Ansonsten gelten bei Vollzeitpflege und Adoption die übrigen Bestimmungen der Elternzeit.

    Das Arbeitsverhältnis bleibt während der Elternzeit bestehen. Während der Elternzeit darf der Arbeitgeber (außer genehmigungspflichtig bei Betriebsschließung oder Existenzgefährdung des Betriebes) keine Kündigung aussprechen. Der Arbeitnehmer kann jedoch unter Beachtung der für ihn geltenden Fristen kündigen.

    Arbeiten beide Elternteile, können sie wählen, wer von ihnen Elternzeit für welche Zeiträume nimmt. Entweder nutzt ein Elternteil die Elternzeit ganz oder teilweise alleine oder die Eltern wechseln sich ab und teilen die Elternzeit untereinander auf. Hierbei kann jeder Elternteil die Elternzeit auf zwei Zeitabschnitte verteilen. Soll häufiger gewechselt werden, bedarf dies der Zustimmung des Arbeitgebers.

    Eltern können die Elternzeit auch gemeinsam nutzen, dann steht jedem Elternteil die maximale Dauer von drei Jahren zu (und nicht nur gemeinsame 1 ½ Jahre).

    Während der Elternzeit ist eine maximale Erwerbstätigkeit zulässig, sofern die wöchentliche Arbeitszeit 30 Stunden nicht übersteigt.

    Die Elternzeit muss sieben Wochen vor Beginn schriftlich vom Arbeitgeber verlangt werden. Lässt sich diese Frist wegen Dringlichkeit nicht einhalten – z.B. bei der kurzfristigen Aufnahme eines Pflegekindes – ist ausnahmsweise auch eine angemessene kürzere Frist möglich. Gleichzeitig muss verbindlich erklärt werden, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren die Elternzeit genommen wird. Die Elternzeit für das dritte (bei Verlängerung) oder ein späteres Lebensjahr (bei Übertragung mit Zustimmung des Arbeitgebers) ist erst später – mindestens sieben Wochen vor Verlängerung/Antritt – zu verlangen.
    Eine vorzeitige Beendigung der Elternzeit ist nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.

    Weiteregehende Informationen

    BEEG: Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit

    Beratungsstellen nach Bundesländern

    Zum Diskussionsforum „Dauerpflege

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