Spielen und Lernen. Das Kinderspiel ist kein unnötiger Luxus, sondern bildet, wie die Forschung zeigt Von Christian Rittelmeyer

      Spielen und Lernen. Das Kinderspiel ist kein unnötiger Luxus, sondern bildet, wie die Forschung zeigt Von Christian Rittelmeyer

      Spielen und Lernen. Das Kinderspiel ist kein unnötiger Luxus, sondern bildet, wie die Forschung zeigt



      Von Christian Rittelmeyer

      Vor Beginn der Olympischen Spiele in
      Peking berichteten Presse, Rundfunk und Fernsehen häufig über Politik,
      Kultur und Alltagsleben in China. Dem Erziehungswissenschaftler
      Christian Rittelmeyer ist eine Fernsehsendung in Erinnerung, in der eine
      sogenannte Elite-Vorschule für drei- bis fünfjährige Kinder gezeigt
      wurde. Stolz erzählte der Leiter, man habe das Spielen aus dem Programm
      gestrichen, um die geistige Entwicklung der Kinder durch Unterricht
      optimal zu fördern. Irgendeine Art des nutzlosen Zeitvertreibs, zu dem
      auch das Spielen zu rechnen sei, gebe es hier nicht.






      Spielen ist nicht nutzlos – das zeigt die umfangreiche Forschung zum Kinderspiel.
      Diese macht auf vielfältige Bildungswirkungen dieser wichtigen und in
      allen Kulturen anzutreffenden kindlichen Aktivität aufmerksam. Das zeigt
      auch die sorgfältige Beobachtung dessen, was Kinder in ihren Spielen
      tun und erlernen. Sie üben im sozialen Rollenspiel die Fähigkeit, sich
      in die Perspektive anderer Menschen zu versetzen und bezogen auf diese
      ihre eigenen Aktivitäten zu planen. Im Konstruktionsspiel üben sie ihre
      feinmotorische Geschicklichkeit; sie lernen, Handlungen geplant in
      Teilschritte zu zerlegen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen; dabei
      gewinnen sie erste Einblicke in Grundfunktionen der technischen Welt. Im
      Wettkampfspiel wird das Regelbewusstsein geschult und variiert; die
      sinnvolle Rollenübernahme verlangt Einfühlung in die
      Handlungsperspektiven anderer sowie die geistige Vorwegnahme fremder
      Reaktionen und schließlich auch die Abstimmung der eigenen Handlungen
      auf vermutete Erwartungen anderer Personen. Das alles geschieht
      allerdings nicht immer ohne Konflikte – etwa wenn einzelne Mitspieler
      Zurückweisungen erfahren, weil sie »nicht gut mitspielen«, weil sie für
      bestimmte Rollen (Piraten, Zahnarzt) ungeeignet erscheinen oder weil sie
      bei motorischen Aktivitäten körperlich nicht mithalten können.

      Hier könnt Ihr weiterlesen : erziehungskunst.de/artikel/spi…t-wie-die-forschung-zeigt
      [url]http://www.erziehungskuns…-wie-die-forschung-zeigt/
      Aus Liebe zum Wahnsinn
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