Besuchskontakte, oder wenn ein Richter nicht selbst richtet....

      Besuchskontakte, oder wenn ein Richter nicht selbst richtet....

      Seit einiger Zeit versucht der LV von unserem PS ja schon, das Aufenthaltsbestimmungsrecht, oder zumindest einen Kontakt zu bekommen.

      Das ganze soll nun vor dem Amtsgericht verhandelt werden, und aufgrund zahlreicher Gutachten und Stellungnahmen von Ärzten und Psychologen, die sich gegen einen Kontakt zum LV aussprechen, hat der Zuständige Richter eine Rechtsanwältin in der Funktin einer Verfahrenspflegerin eingesetzt.

      Der LV hat sich ob seiner Erziehungsfähigkeit auf Gerichtliche Anordnung überprüfen lassen, und hat trotz seiner BTM-Vergangenheit und einer Haftstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge/Totschlag oder zumindest Beihilfe zu o.a. Fällen den Stempel "Tauglich für BK" bekommen.

      Unser SB spricht sich rigoros gegen die BKs aus und hat dem Gericht das auch so zugetragen.

      PS will BK, und hat das der Anwältin auch so mitgeteilt.

      So, nach ihren Erfahrungswerten, hat sie uns dann auch gleich Mitteilen können,daß das für uns Zuständige Amtsgericht auf jeden Fall zu Gunsten des LV Urteilen wird, da er ja ein Kontaktrecht hat, und sich die Fähigkeit Begutachten lies.

      Kurzum, der Richter wird das als Recht sprechen, was der Gutachter als Empfehlung ausspricht.

      Als Anwältin ist sie mit dieser Rechtsprechung auch nicht einverstanden, aber gab uns zu Verstehen, daß das Kind erst in den Brunnen fallen muß, bevor man dann weiter machen könne.

      Kurzum, bei der in Kürze anstehenden Verhandlung hat das Kindeswohl mal wieder das Nachsehen, es wird zu einer staatlich angeordneten Kindeswohlgefährdung kommen, und wir können ganz bei Null anfangen.


      Ob mir dazu noch was einfällt, weiß ich grad ned....

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „c30xei“ ()

      Naja, auch wenn du es wahrscheinlich nicht wirklich hören willst... was sonst sollte der Richter denn tun? Der Gutachter wird doch genau deshalb eingesetzt, weil der Richter von der Feststellung der Erziehungsfähigkeit oder von psychologischen Anspekten bzgl. Kontakten keine Ahnung hat und da ist es doch dann irgendwie logisch, dass er sich den Empfehlungen des Gutachters, sofern sie ihm schlüssig erscheinen, anschliesst.

      Mal ganz provokant gefragt: Würdest du dieses System auch bemängeln, wenn der Gutachter BK`s strikt ablehnen würde?

      Das Problem ist, dass es eben leider auch Gutachter gibt, die "eingenartige" Gutachten machen. Es gibt gute und schlechte. Wenn euch das Gutachten vorliegt und ihr Zweifel daran habt, ob es diesen Namen verdient, dann könntet ihr es an einen anderen Gutachter schcken und dahingehend überprüfen, ob es den Anforderungen, die an ein Gutachten gestellt werden, entspricht (Form, Inhalt, Vorgehensweise usw.). Ich weiss aber nicht, was das kostet... Ggf. könnt ihr mit dieser "Bewertung" erreichen, dass ein neues Gutachte in Auftrag gegeben wird oder dass das Guitachten nachgebessert wird...

      Eine andere Möglichkeit wäre, das Gutachten (wenn auch schweren Herzens) zu akzeptieren und die Kräfte darauf zu bündeln, einen begleiteten Kontakt zu erreichen, damit das Kind möglichst nicht in den Brunnen fällt sondern notfalls rechtzeitig aufgefangen werden kann.

      Was mich interessieren würde: habt ihr die Bedenken "nur" wegen der seiner strafrechtlichen Vergangenheit? Ich meine, klar klingt das erst Mal sehr massiv, aber das muss doch nicht zwansgläufig heissen, dass das Kind bei Kontakten gefährdet ist?

      Netten Gruß
      Suse
      Anfangs lieben Kinder ihre Eltern. Wenn sie älter werden, halten sie Gericht über sie. Bisweilen verzeihen sie ihnen.

      Oscar Wilde

      RE: Besuchskontakte, oder wenn ein Richter nicht selbst richtet....

      Eine andere Möglichkeit wäre, das Gutachten (wenn auch schweren Herzens) zu akzeptieren und die Kräfte darauf zu bündeln, einen begleiteten Kontakt zu erreichen, damit das Kind möglichst nicht in den Brunnen fällt sondern notfalls rechtzeitig aufgefangen werden kann.


      Ich glaube auch, dass Struppels Überlegung in diesem Fall in eine richtige Richtung weisen könnte.

      Der kategorische Ausschluss von Besuchskontakten seitens eines Jugendamtes ist in einer solchen Situation nicht unbedingt empfehlenswert. Die Situation wird viel schwieriger, wenn das Gericht die Kontakte nach seiner juristischen Sichtweise anordnet.
      Eine "Flucht nach vorn" könnte hier effektiver sein. Damit meine ich ein Einlenken unter der Bedingung, dass die BK durch das JA zu begleiten sind, nur auf neutralem Boden und nicht zu häufig stattfinden. Möglich wäre auch, dass die Verfahrenspflegerin als Umgangspflegerin eingesetzt wird und die kontakte zunächst beobachtet und dann dem Gericht erneut berichtet.
      Hallo Schladdi,
      laß die BK doch erst einmal auf dich zukommen, vielleicht hat das PK ja schon nach dem ersten die Nase Voll, wenn der LV so ist wie du beschreibst. Dann kann man sich ja Gedanken um die weitere Entwicklung der BK machen. Wenn sie meinem PK schaden, würde ich dann um Aussetzung bitten
      Die Welt ist voll von kleinen Freuden, man muß nur ein Auge dafür haben, sie zu sehen

      RE: Besuchskontakte, oder wenn ein Richter nicht selbst richtet....

      Original von Kimba

      Der kategorische Ausschluss von Besuchskontakten seitens eines Jugendamtes ist in einer solchen Situation nicht unbedingt empfehlenswert. Die Situation wird viel schwieriger, wenn das Gericht die Kontakte nach seiner juristischen Sichtweise anordnet.
      Eine "Flucht nach vorn" könnte hier effektiver sein. Damit meine ich ein Einlenken unter der Bedingung, dass die BK durch das JA zu begleiten sind, nur auf neutralem Boden und nicht zu häufig stattfinden


      Dieser Aussage kann ich nur zustimmen.In diesem Fall würde ich auch die Flucht nach vorne betreiben.Solange der leibl. Vater merkt, dass er euch damit unter Druck setzen kann, solange wird er an Besuchskontakten festhalten.

      Gruß
      Kuddel
      Es geht uns eigentlich da drum, das der Richter sich am Gutachten über die Kontaktfähigkeit des Vaters festhält.

      Die von uns und vom Jugendamt eingereichten Gutachten über das Kind haben nicht annähernd die Wertigkeit, wie das Gutachten über den Vater.

      Es können also 10 Leute sagen, daß das Kind auf gar keinen Fall Kontakt zum Vater haben darf, und das Gericht entscheidet trotzdem dagegen, weil das Gutachten über den Vater sagt, "der Mann kann das jetzt".

      Der Gutachter, der den Vater begutachtet hat, kennt das Kind gar nicht, hat im besten Fall vielleicht einmal Akteneinsicht bekommen.

      Von daher sehe ich das als staatlich angeordnete Kindeswohlgefährdung.
      Hallo,

      verstehe ich es richtig, dass es ein Gutachten gibt, dass ganz klar aussagt, dass es für das Pflegekind keineswegs gut ist, dass Besuchskontakte aufgenommen werden sollen?

      Das hieße im Klartext, dass Gutachten über den Vater und dessen Wille wird stärker gewichtet als die gutachterlich festgestellte Gefährdung eures Pflegekindes durch die Aufnahme der BK.

      Hab ich das so richtig verstanden?

      Gruß

      Gabs
      Wer Schmetterlinge lachen hört der weiß wie Wolken schmecken....(Karlo Karges)
      Ja, genau so ist es, es wird auf unserem Amtsgericht mit zweierlei Maß gemessen.

      Wir und das Jugendamt haben diverse Gutachten von Psychologen, vom SPZ und von Ärzten und Therapeuten eingereicht, die im Tenor alle sagen, das Kontakte das letzte sind, was passieren darf.

      Unsere Verfahrenspflegerin hat uns aber gestern Abend darauf eingestellt, das im Anstehenden Verfahren ausschließlich das Gutachten über den Vater als Urteilsgrundlage gesehen wird, und der Gutachter hier im Kreise als "Richter hinter dem Richter" gesehen wird.
      Das finde ich schlimm, dass so wenig Wert auf die Gutachten gelegt werden, die das Kind betreffen.

      Da ist es wieder, das Elternrecht über Kindeswohl gestellt. Schade. Ihr werdet es ausbaden müssen. Also werdet ihr euch sicher überlegen müssen, wie ihr das alles so positiv wie möglich für das Kind gestalten könnt. Er wird eure Ressentiments ja auch spüren und das wird es nicht leichter machen.

      Eine ziemlich bescheidene Situation die da auf euch zukommt.

      Gruß

      Gabs
      Wer Schmetterlinge lachen hört der weiß wie Wolken schmecken....(Karlo Karges)
      Hallo Schladdi,

      ich denke, das Problem ist die unterschiedliche Ausrichtung der Gutachten. So, wie du es beschreibst, scheint das gerichtlich in Auftrag gegebene Gutachten den Auftrag zu haben, zu überprügen, ob der Vater überhaupt für die Wahrnehmung der BK`s geeignet ist. Es richtet sich also tatsächlich an der Person des Vaters aus: Welche Vorstellungen hat er? Wie stellt er sich die Umgangsregelung vor? Welche Wünsche verbindet er damit? Wie realistisch ist das? Was bedeutet ihm der Sohn, wieso will er Kontakt? Ist er aufgrund seiner Persönlichkeit geeignet, das Kind zu sehen. So was in der Art.

      Auch wenn es dabei natrülcih auch um das Kind geht so ist das eher indirekt. Es steht bei einer solchen Fragestellung die Person des Vaters im Vordergrund.

      Bei den Guitachten/Attesten, die ihr vorliegen habt, steht die Person des Kindes im Vordergrund. Diese Gutachter kennen das Kind und aufgrund dessen überlegen sie, welche Auswirkungen BK`S auf das Kind haben können.

      Glücklich sind beide "Seiten" nicht. Der "Gutachter des Vaters" kennt das Kind nicht, die "Gutachter des Kindes" umgekehrt aber den Vater nicht. Besser wäre es natürlich, wenn der "Gutachter des Vaters" auch das Kind kennen würde und dann nicht nur beurteilen würde:
      Kann dieser Mann grundsätzlich BK`S wahrnehmen? sondern:
      Kann er sie auch für dieses Kind? Kennt er dessen Besonderheiten? Kann er damit angemessen umgehen?

      Darin liegt m.M. eure Chance: Wenn bekannt ist, dass der Gutachter der "Richter hinter dem Richter" ist und ihm gefolgt wird, dann macht meines Erachtens das Angehen gegen das Gutachten oder Beharren auf eine andere Lösung keinen Sinn. Dann geht es vielmehr darum zu vermeiden, dass das Gericht eine starre Regelung tifft, die z.B. beinhaltet: Der Vater sieht das Kind X für Y Stunden Z mal im Monat und zwar jeweils am... von... bis Uhr". So eine sehr konkrete Regelung lässt kaum Spielraum, wenn sie erst einmal im Raum steht.

      Besser wäre es dann (m.M. nach), vor Gericht eine möglichst weiche Einigung zu erzielen (oder sich zu vergleichen), die zwar dann beinhaltet, dass der Vater grundsätzlich seinen Sohn sehen darf aber z.B. die Ausgestaltung (Häufigkeit, Dauer, Begleitung oder nicht usw.) dem Jugendamt überlässt. Oder eine Regelung, die das Maximum benennt ("darf seinen Sohn mindestens einmal im Quartal sehen. Bei pos. Verlauf kann erhöht werden", so was in der Art). Dann wäre der Spielraum viel grösser und dann besteht zumindest die Möglichkeit, dass Wohl des Kindes nicht ganz aus dem Blickfeld gerät.

      Eine solche Einigung ist aber nur zu erzielen, wenn ihr grundsätzlich die Bereitschaft zeigt, BK`s zuzulassen. Sonst haut der Richter auf den Tisch und entscheidet stringend, wie es zu laufen hat.

      Bei einem solchen Weg können euch die Gutachten, die ihr vorliegen habt als Argumentatiosnhilfe dienen. Nicht, um den Umgang zu vermeiden aber um ihn mitzugestalten ("Ok, wir machen BK`S , aber die Frau Dr. Meier und der Herr Prof. Müller -Schnippensich, die das Kind kennen, befrüchten dies und das und deshalb schlagen wir im Interesse des Kindes diesen oder jenen Weg vor").

      Je konkreter der Beschluss über die BK`s ist um so schwieriger ist es, ihn abzuändern, weil der Vater darauf beharren kann, dass der Richter das aber auch genau so gesagt hat. Eine Änderung bedarf dann eines erneuten Gerichtsbeschlusses... und das Prozedere und wie lange das dauern kann, wisst ihr ja.
      Wir haben hier bei einem Kind einen ganz festgezurrten Beschluss und das ist genau die Argumentation der LM und auch der Vormünderin. Keiner traut sich da richtig ran, weil eben auch der Ausgangs eines weiteren Verfarens unklar ist.

      Ist der Beschluss aber unkonkreter und beinhaltet nicht in erster Linie,
      wie oft der Vater das Kind sehen darf sondern stellt das Kind in den Vordergrund (also die Voraussetzungen, unter denen BK`s laufen können) lässt er Gestaltungsmöglichkeiten.

      Noch eine Anmerkung: wenn die Umgänge wirklich nicht gut laufen, dann habt ihr doch auch die Möglichkeit, eine Reduzierung der BK`S (oder Umgangsausschluss) zu beantragen. Das wäre dann zwar auch wieder ein neue Verfahren, aber in diesem könntet ihr oder das JA als Antragsteller die Sicht des Kindes, in dessen Interesse der Antrag ja gestellt wird, argumentieren. Damit würden dessen Interessen wieder mehr in den Focus rücken. Ich befürchte aber, dass es dafür handfester Beweise, dass Umgänge dem Kind wirklich nicht gut tun oder der Vater sich nicht angemessen verhalten kann, notwendig ist.

      Denn der gesetzliche Anspruch auf Umgang ist ja da und kann nur ausgeschlossen werden, wenn er dem Kind schadet.

      Passt irgendwie zu der Diksussion zu der Schweriner Gerichtsverhandlung (Angst, das Kind zu verlieren)....

      Netten Gruß
      Suse
      Anfangs lieben Kinder ihre Eltern. Wenn sie älter werden, halten sie Gericht über sie. Bisweilen verzeihen sie ihnen.

      Oscar Wilde

      RE: Besuchskontakte, oder wenn ein Richter nicht selbst richtet....

      Hallo Schladdi,

      welche konkreten Befürchtungen habt Ihr bzgl. der BK ?


      Schwierig:

      Der LV - mit gewalttätiger Vergangenheit gegen Dritte (was ist BTM ?), welche für sich allein genommen keinen Ausschluss des Umgangsrechtes begründet (Ich meine die Vergangenheit als solches. Ich gehe mal davon aus, dass diese sich nicht gegen den Jungen richtete ?); insbes., da ihm der Gutachter jetzt "Kontaktfähigkeit" bescheinigt. Sofern allerdings zu befürchten ist, dass der LV gewalttätig ist und wird, würde ich mir genauso wie Ihr neben den Sorgen, wie es der Junge verkraftet auch Sorgen um die körperliche Unversehrtheit des Kindes machen. Leider ändert eine noch so gute fachliche Begleitung eines Umgangskontaktes nichts daran, dass ein Kind psychischen und auch physischen Schaden im BK erleiden kann. Dennoch halte ich die Idee (begleitete BK) von Kimba -oder war es Struppel ? durchaus für sehr sinnvoll, um bei Reaktionen des Kindes und schief laufenden BK reagieren und erfolgversprechende Massnahmen einleiten zu können oder auch, wenn es wider Erwarten gut läuft, Euch damit die Sorgen nehmen zu können und allesamt entlastet zu werden.

      Der Sohn selbst - der seinen "Willen" bekundet hat, er will seinen LV sehen, was die Verfahrenspflegerin dem Gericht auch so mitteilen wird und muss. Kindeswille und Kindeswohl müssen nicht gleich lauten, aber diese auseinanderzuhalten, wäre m.E. insbes. Aufgabe des Gutachters.

      Arzt und Therapeut sowie JA - die Umgangskontakte ablehnen, weil sie befürchten, dass das Kind Schaden nimmt, dies in entspr. Berichten kundgetan haben; wie deutlich, klar in der sachlichen Begründung waren diese ? ... Arztbriefe haben in Gerichtsverfahren nicht die gleiche Wertigkeit wie das gerichtlich beauftragte Sachverständigengutachten.

      Aber genau hier schliesst sich meine Frage an:

      Welcher Begutachtungsauftrag wurde seitens des Gerichtes erteilt ?

      Wie ich Deinen Ausführungen entnommen habe, hat der Gutachter lediglich die "Kontaktfähigkeit" des LV geprüft. Üblicherweise sollte das Gutachten neben der Erziehungs-/Kontaktfähigkeit" des LV vor allem aber die Frage zum Gegenstand haben, ob die BK dem Kind schaden können; eben auch aus dem Blickwinkel seiner bisherigen Geschichte heraus.

      Liegt Euch der Gutachterauftrag vor ?

      An sich sollte es Aufgabe des Verfahrenspflegers sein, den Gutachterauftrag auf seine Fragestellung hin zu überprüfen, ggf. eine Ergänzung des Auftrags oder eine separate Anhörung des Gutachters anzuregen bzw. nachzuhaken, wenn zu einer Fragestellung des Gerichtes im Gutachterauftrag nicht Stellung genommen wurde.

      Welche Position nimmt die Verfahrenspflegerin selbst ein ?


      Liebe Grüße

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Paula9732“ ()

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