Namensänderung - Wie seid ihr vorgegangen?

      Namensänderung - Wie seid ihr vorgegangen?

      Hallo,

      wir haben 2 Geschwister PK, jetzt 4 und 6 jahre alt. Der Ältere wird im Februar 5 Jahre bei uns sein, die kleine ist seit ihrem 10. Monat bei uns. Mutter ist in Haft, wird voraussichtlich in den nächsten 1-2 Jahren entlassen.

      Sorgerecht liegt bei der Mutter, lt. Hilfeplan ist das Ziel der Jugendhifemaßname, die Kinder auf Dauer in der Pflegefamilie zu integrieren und den Kontakt zur Herkunftsfamilie aufrecht zu halten.

      Seit der Große nun im September in die Schule kam, wird das Thema Nachname wichtiger. Inzwischen fragt er Dinge wie: Wenn ich groß bin, werde ich dann auch XYZ (=unser Nachname) heißen? Natürlich kommt das Thema auch in der Schule, dass andere Kinder fragen, warum er anders heißt, wie seine Mama und Papa.

      Wir haben vor etwa 1 1/2 Jahren, bei einem Besuch bei der Mutter in der JVA das Thema Namensänderung kurz angesprochen, allerdings hat sie darauf gar nicht reagiert und im nächsten Brief kam dann auch prompt ihr Wunsch durch, dass die Kinder wieder zu ihr kommen sollen, wenn sie aus der JVA entlassen wird. Weder davor noch danach hat sie jemals ein solches Ansinnen ausgedrückt.

      Gleichzeitig denke ich, dass die Kinder auf Dauer bei uns bleiben werden und das Thema Nachname immer wichtiger werden wird.

      Wie war das bei Euch? Wie würdet ihr vorgehen?

      Danke

      Patrick
      Lieber Cybpat,

      ich denke, solange die LM das Sorgerecht hat, wird es schwierig werden. Denn ich könnte mir vorstellen (weiss es aber nicht genau), dass sie der Namensgebung nicht nur zustimmen muss, sondern es allein von ihr abhängt, ob sie das möchte oder nicht.

      Bei unserem Großen lag die Vormundschaft/Sorgerecht beim Jugendamt. Wir hatten unserem SA gesagt, dass eine Namenänderung von unserem Großen gewünscht wird. Er hat einen entsprechenden Antrag beim Standesamt gestellt. Diese wollten dann vom Vormund eine Begründung, warum das denn nun gut ist für das Kind. Und letzten Endes musste die LM noch zustimmen. Hätte sie das nicht getan, wäre nur der Weg über das Gericht geblieben (den wir dann vermutlich aber vorerst nicht gegangen wären).

      Wenn eure LM noch immer davon ausgeht, dass die Kinder zu ihr zurückkehren nach der Haftentlassung, dürfte es schwierig werden. Und ich persönlich würde diese Zeit erst einmal verstreichen lassen um zu sehen, in welche Richtung die Pflegschaft geht. Ob sie einen Antrag auf Rückführung stellt und ähnliches.

      Meine Antwort hat dir sicher jetzt nicht viel weiter geholfen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es in eurem Fall recht kompliziert wird.

      Liebe Grüße

      Beate
      „Liebe ist das einzige, was wächst, indem wir es verschwenden.“
      (Ricarda Huch)
      Hallo cybpat,

      bei unserer mittleren PT haben wir vor ca. 10 Jahren eine Namensänderung durchgeführt. Sie war damals fast 10 Jahre und seit 2 jahren bei uns. Für sie war es total wichtig, unseren Namen zu tragen, um die absolute Gewißheit zu haben, zu uns zu gehören und nicht mehr weg zu müssen. Vor uns hatte eine PF nach fast 1 jahr abgebrochen. Außerdem war sie durch die LM schwer mißhandelt worden und wollte sich so auch von ihr lossagen.
      Zur LM bestand zu diesem Zeitpunkt kein Kontakt, ihr war auch das Sorgerecht komplett entzogen. Trotzdem mußte sie der Namensänderung schriftlich zustimmen.

      Bei unserem jüngsten PS, fast 11, seit 10 Jahren bei uns, wird es keine Namensänderung geben. Er meldet sich zwar am Telefon mit unserem Nachnamen. aber für ihn ist das selbstverständlich. Zur LM haben wir einen guten Kontakt, zwar selten, aber völlig problemlos. Doch glaube ich nicht, daß sie einer Namensänderung zustimmen würde. Ich persönlich sehe hier auch keinen Grund dafür. Er lebt ganz selbstverstndlich mit beiden Nachnamen, auch in der Schule ist das kein großes Thema. Ich denke, es gibt heute viele Familien mit unterschiedlichen Nachnamen, das ist schon fast was normales. Kinder sind meist am Anfang neugierig, das legt sich aber und ist dann etwas selbstverständliches.

      Nun nochmal zu deiner Frage, ohne die Zustimmung der LM wird es sehr schwer sein, die Namenänderung durchzustzen. Da müssen schon schwerwiegende Gründe vorhanden sein.
      Ich persönlich würde es jetzt noch nicht machen.

      Liebe Grüße Pfeffi
      ich konnte damals die LM meines PK davon überzeugen, dass sie dem kind nur einen gefallen damit tut wenn er sich nicht immer überall rechtfertigen muss. sie hat dann die einwilligung unterschrieben. allerdings lag auch damals die vormundschaft bei unserem JA und die hätten die einverständniserklärung auch vor gericht ersetzen lassen weil keine rückführung geplant war und sie auch der ansicht waren, das kind solle sich selber aussuchen dürfen wem es seine geschichte erzählt und wem nicht.

      wenn die LM noch das sorgerecht hat musst du mal mit deinem SA besprechen, welche möglichkeiten ihr habt. dass ihr die LM überzeugen könnt halte ich für nicht wahrscheinlich wenn sie davon ausgeht, dass sie die kinder nach haftentlassung zurückbekommt.. aber den zahn sollte ihr vlt auch das JA mal ziehen..?

      lg und alles gute,
      cartman
      Moin Patrick...
      ehrliche Antwort?!Bestärke deine PK in ihrem Namen.Das ist die einzige Verbindung zu ihrem "ersten" Leben.Nicht falsch verstehen, aber ich finde in unserer heutigen Zeit, wo noch nicht mal Ehepaare den gleichen Namen tragen und in Zeiten von 2. und mittlerweile 3.-Ehen, sollte doch der Name sowas von egal sein, oder?Wichtig ist der Umgang damit.Meine PT wird nächsten Monat 11 sie ist fast 9 Jahre bei mir, nach einer Namensänderung hat sie mich noch nie gefragt.Warum auch ihr Nachname ist einfach Normalität hier bei uns.Ob das nun Meier, Müller,Schulz oder Schmidt ist)

      Gruß
      Kuddel
      Namensänderung? Immer ein "heißes Thema"!

      Bei uns allerdings nicht. Ich habe meine Mäuse immer darin bestärkt ihren Namen zu tragen....und so stehen an unserer Klingel 3 verschiedene Familiennamen dran und der Postbote wirft alles ein, was er sonst nicht verteilen kann =-)

      Aber bei meiner Pflegenichte (8) ist das widerum anders.

      Auch sie will ihren eigenen Familiennamen nicht. Allerdings ist sie eher genervt, dass sie sich vor anderen Kindern erklären muss. Z.B. ist sich dort so geeinigt worden, dass die Namensänderung, wenn überhaupt dann noch gewollt, frühestens mit 14 beantragt wird. Und bis dahin hat sie einen Rufnamen und ihren eigenen Namen, der für Urkunden usw weiter verwendet wird.

      Gruß
      Tiffi
      Hallo,

      danke für Eure Antworten. Durch ein technisches Missgeschick ist einer meiner Beiträge im Nirwana verschwunden ( ;-) so was soll vorkommen bei neuen Projekten ) und daher stelle ich meinen Beitrag, so gut ich kann nochmals ein.

      Einerseits war ein Standpunkt, dass das Jugendamt doch der LM mal Klartext sagen sollte, wie es um eine Rückführung nach Jahren steht, dazu habe ich folgendes geschrieben:

      In den HPG Protokollen stand direkt nach der Inhaftierung wörtlich:

      "Frau LM ist sich darüber im klaren, dass eine Rückführung aufgrund der langen Haftdauer ausgeschlossen ist"

      Klarer kann das Jugendamst aus meiner Sicht nicht werden, nur ist die LM stolz darauf, noch nie ein Buch gelesen zu haben, ob sie dann das Protokoll liest und auch erfasst, wage ich zu bezweifeln.

      @ Kuddel:

      An und für sich denke ich so, wie Du sagst, die Kinder sollen zu ihrem Namen stehen. Allerdings leben wir in einer kleinen Stadt in Bayern und in der Klasse meines PS ist kein einziges Scheidungskind und erst recht keines, dass aus einer alleinerziehenden Konstellation kommt. Alle (anderen) Kinder haben den Namen ihrer Eltern und das macht aus unserem PS eben doch etwas aussenstehendes. Dazu kommt, dass der Nachname ein angeheirateter Name der LM ist, der Namensgeber hat weder genetisch noch fürsorglich irgend etwas mit unseren Kindern zu tun. Dieser Name kommt noch dazu aus einem anderen ethnoligischem Raum (klingt also in keiner Weise deutsch), kein Meier, Müller, Schulze oder Schmidt, was gerade hier wieder aus den Kindern etwas anderes, abgrenzendes macht.

      Aus diesem Grund denken wir überhaupt darüber nach. Aber die nächsten Monate werden wir sicher nichts unternehmen und wenn die LM wirklich aus der Haft entlassen wird und eine Rückführung anstrengt, wird in Zusammenhang mit dem Verbleibsantrag sicher auch das Sorgerecht Thema werden.

      Patrick
      Allerdings leben wir in einer kleinen Stadt in Bayern und in der Klasse meines PS ist kein einziges Scheidungskind und erst recht keines, dass aus einer alleinerziehenden Konstellation kommt. Alle (anderen) Kinder haben den Namen ihrer Eltern und das macht aus unserem PS eben doch etwas aussenstehendes. Dazu kommt, dass der Nachname ein angeheirateter Name der LM ist, der Namensgeber hat weder genetisch noch fürsorglich irgend etwas mit unseren Kindern zu tun. Dieser Name kommt noch dazu aus einem anderen ethnoligischem Raum (klingt also in keiner Weise deutsch), kein Meier, Müller, Schulze oder Schmidt, was gerade hier wieder aus den Kindern etwas anderes, abgrenzendes macht.

      genügend argumente, die einwilligung der LE notfalls mit unterstützung des JA notfalls vor gericht ersetzen zu lassen..
      viel erfolg! lg, cartman
      Original von cybpat


      @ Kuddel:

      An und für sich denke ich so, wie Du sagst, die Kinder sollen zu ihrem Namen stehen. Allerdings leben wir in einer kleinen Stadt in Bayern und in der Klasse meines PS ist kein einziges Scheidungskind und erst recht keines, dass aus einer alleinerziehenden Konstellation kommt. Alle (anderen) Kinder haben den Namen ihrer Eltern und das macht aus unserem PS eben doch etwas aussenstehendes. Dazu kommt, dass der Nachname ein angeheirateter Name der LM ist, der Namensgeber hat weder genetisch noch fürsorglich irgend etwas mit unseren Kindern zu tun. Dieser Name kommt noch dazu aus einem anderen ethnoligischem Raum (klingt also in keiner Weise deutsch), kein Meier, Müller, Schulze oder Schmidt, was gerade hier wieder aus den Kindern etwas anderes, abgrenzendes macht.

      .

      Patrick


      Da konnte ich mir ein gewisses Grinsen nicht unterdrücken!Ja , ja das kath. Bayern! ;-) :-D

      Gerade in unserer heutigen Zeit wo doch selbst Ehepaare nicht mehr den gleichen Namen führen und es mittlerweile schon 2. und 3. Ehen gibt, sollte es doch etwas wichtigeres als Namen geben.
      Ich stimme dir insofern zu, dass es keine generalisierte Vorgehensweise gibt.Alles , was unsere Kinder betrifft sind Einzelfallentscheidungen.

      Gruß
      Kuddel
      Wir haben auch das Thema, dass bei uns beide Kinder einen unterschiedlichen Nachnamen tragen. Interessant ist auch, dass bei unserem großen PK der Nachname der LM auch nur ein angeheirateter Name ist und der LV wiederum einen anderen Nachnamen hat. Hier hatten wir schon überlegt, ob es nicht Sinn macht den Nachnamen zu ändern. Nun sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass der Wunsch ganz allein vom Kind ausgehen muß. Solange er für sich keine Probleme feststellt und es so ok ist, werden wir keine Aktionen starten, auch wenn wir schon die kuriosesten Benennungen für uns - " dann sind Sie also Herr und Frau xxxx oder sind Sie doch eher yyyy oder wie ist es nun....???" erfahren haben. Gerne klären wir jedes Mal auf, aber nerven tut es uns viel mehr als unseren PS. Der Jüngere hat den richtigen Nachnamen seiner verstorbenen Mutter und da werden wir nicht von uns aus Aktionen zur Namensänderung starten. Auch hier kann später immer noch auf Wunsch des Kindes reagiert werden.

      Kurzum: Es sollte im wesentlichen von den Kinder kommen und es ist unsere Aufgabe als PE die Entscheidungsgründe des Kindes zu durchdenken. Erst wenn es viele Argumente für das Kind gibt, den Nachnamen zu ändern sollten die rechtlichen Schritte eingeleitet werden. Die Zusimmung der LE ist dabei immer notwendig, es sei denn dass diese gerichtlich ersetzt wird zum Wohl des Kindes.

      Lieber Gruß

      Stefan
      Original von Stefan
      Kurzum: Es sollte im wesentlichen von den Kinder kommen und es ist unsere Aufgabe als PE die Entscheidungsgründe des Kindes zu durchdenken. Erst wenn es viele Argumente für das Kind gibt, den Nachnamen zu ändern sollten die rechtlichen Schritte eingeleitet werden. Die Zusimmung der LE ist dabei immer notwendig, es sei denn dass diese gerichtlich ersetzt wird zum Wohl des Kindes.


      Ich denke auch, dass dies das abschließende Kriterium sein sollte.

      Wie gesagt, unser PS fragt nun schon seit etwa einem Jahr mit zunehmender Häufigkeit da nach. Natürlich versteht er jetzt auch immer mehr und seine LM hat er in den letzten 5 Jahren wenns hoch kommt 8 mal gesehen, ein Bezug zu ihr ist nicht da. Die LM kümmerts sich während der BKs auch mehr um Kaffe und Kuchen als um die Kinder, aber das ist ein anderes Thema.

      Ich denke wir werden noch etwas warten, sehen was passiert, wenn LM aus der Haft kommt und dann nochmals drüber nachdenken.

      Patrick
      Hallo,

      unsere Große hat auf ihren Wunsch unseren Namen angenommen, wir haben uns da immer heraus gehalten. Es war für sie irgendwann ganz wichtig, sie kam damit zu uns und hat auch ihre LM darum gebeten, ebenso unsere SA und ihren Vormund.
      Die anderen drei tragen ihren Namen, für unsere Mittlere( jetzt 9 Jahre alt) wird es seit einem Jahr zum Thema, sie hat auch ihre LM bereits darauf angesprochen, diese verweigert aber ihre Zustimmung.
      Noch nimmt unsere PT das so hin, mal sehen was noch kommt.....wir werden sie unterstützen, aber solange sie nicht am Thema rührt werden wir das auch nicht tun.

      Gruß
      Birgit
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