freiwillige Sorgerechtsübertragung

      freiwillige Sorgerechtsübertragung

      Ich habe mich heute angemeldet, in Sorge um meine Tochter und mein noch nicht geborenes Enkelkind, und habe diese Frage:
      Kann eine freiwillige Sorgerechtsübertragung von der LM auf GM schon im Vorfeld beim Notar gemacht werden oder muss das Kind erst geboren sein? Muss diese Übertragung dem JA gemeldet werden?
      Konkreter Fall: Meiner Tochter ohne Partner, die auf Bewährung frei und krank ist, wurde vom JA angekündigt, dass für ihr Kind sofort nach Geburt ION geplant ist.
      Nach der Geburt stehen also die GM (keine Vorstrafen, finanziell abgesichert, Pflegekurs gemacht), die das Kind auf priv. Basis (innerfamiliär, ohne Pflegegeld) aufnehmen möchte, und der Vertreter des Jugendamts im Krankenhaus, um das Kind an sich zu nehmen. Wer "bekommt" es dann?
      Hallo,

      ich kann mir nicht vorstellen, dass eine freiwillige Übertragung des Sorgerechts bereits vor der Geburt durchgeführt werden kann - bin aber kein Anwalt. Was anderes wäre es wenn Sie Vormund der LM wären bzw. diese nicht volljährig wäre.

      Ggf. wäre dies eine Möglichkeit. D.h. ihre Tochter erklärt, dass sie Aufgrund der Erkrankung im Moment nicht für sich selbst sorgen kann und sie übernehmen die Vormundschaft für ihre Tochter. Dann wären Sie automatisch auch bei Geburt Vormund des Kindes.

      Haben Sie dem JA bereits vorgeschlagen, dass Sie die Pflege für das Kind übernehmen? Was sagt das JA dazu?

      Wenn sich das JA quer stellt sollten Sie einen Anwalt aufsuchen und sich beraten lassen. Ggf. könnte dieser dann vor der Geburt gleich einen Schriftsatz an das JA schicken indem dargelegt wird, dass sofort nach der Geburt eine freiwillige Sorgerechtsübertragung stattfinden (LM erklärt sich dazu bereit) soll und Sie die Pflege des Kindes übernehmen.

      Wird nach der Geburt eine ION durchgeführt muss ein Vormund bestellt werden. Hier sollen Verwandte bevorzugt werden. Sollte das der Fall sein müssen Sie darauf achten beim Gerichtstermit (mit Anwalt) anwesend zu sein. "übergehen" hier gerne Verwandte (wie auch PE) und setzen lieber einem Amtvormund aus dem JA ein. Dann wäre es für Sie bzw. ihrer Tochter richtig schwierig, weil die Rechte gebündelt im JA liegen.

      Als Vormund könnten Sie auch den Antrag auf Hilfe zur Erziehung stellen und bekämen dann Pflegegeld - müssten sich aber mit dem JA "rumschlagen".....

      Sie sollten das auf jeden Fall vor der Geburt (ggf. mit einem Anwalt) klären. Wenn es eine ION gibt ist das für die LM schonmal schlechter als die freiwillige Sorgerechtsübertragung. Vor allem aber wird das Kind dann irgendwo anders untergebracht und die Verfahren dauern viele Wochen, Monate......

      Soviel ich weiß wird das JA bei einer freiwilligen Sorgerechtsberatung vom Gericht um eine Stellungnahme gebeten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „ZAP“ ()

      Hallo,
      letztendlich handelt es sich um die Verwandtenpflege. Sollte schon im Vorfeld eine ION angesagt sein wird es für dich als aufnehmende so sein das du bereits im Vorfeld die Bereitschaft zur Übernahme des Ek in deinen Haushalt bereit erklärst. Dieses solltest du schriftlich und mit Nachweis machen. Dann sollte deine Tochter den Antrag zur Hilfe zur Erziehung schon vorab stellen und um dem Sorgerechtsentzug gerichtlich entgegen zuwirken könntest du das Familiengericht nach der Geburt sofort informieren. Auch hier schriftlich und mit Nachweis.
      lg
      Hallo, Danke ZAP und Sallymaniac für eure Anregungen.
      Leider hat meine Tochter schon einen Betreuer. Wenn es so ist, dass dieser automatisch der Vormund des Kindes sein wird, kann sie mir demnach gar nicht das Sorgerecht übertragen, da sie es nicht hat.
      Das JA am Wohnort meiner Tochter wird sich quer stellen und eine ION sofort durchziehen, das ist sicher.
      Falls meine Tochter das Kind in einem anderen Bundesland (bei der GM) bekommt, wäre dann das JA am Geburtsort fürs Enkelkind zuständig? Könnten wir so eine ION verhindern?
      LG
      Hallo,

      § 86 SGB VIII regelt die Zuständigkeit der Jugendämter. (sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbviii/86.html)

      Die Zuständigkeit der Jugendämter in Deutschland richtet sich nach dem Wohnsitz der Eltern/Personensorgeberechtigten. Wenn es bereits einen Betreuer (Vormund) gibt kommt es darauf an wie er das sieht. Ihre Tochter kann ohne seine Zustimmung kein Krankenhaus etc. auswählen, wenn der Betreuer in diesem Bereich die Rechte hat.

      Wie sieht der Betreuer die Sache? Ohne seine Hilfe/Unterstützung werden sie hier kaum weiter kommen. Wenn er hier etwas anderes will könnte nur noch ein Anwalt und dann der Rechtsweg helfen.

      Ob ein Betreuer auch gleichzeitig, wie bei Minderjährigen der Sorgeberechtigte, auch Vormund für ein Neugeborenes ist weiß ich jedoch nicht. Das wäre vom Anwalt zu prüfen. Müsste hier ein Vormund eingesetzt werden wäre eigentlich auch zu prüfen ob Sie das übernehmen könnten.
      Hallo,
      da kann ich weiterhelfen. Eine rechtliche Betreuung für die Mutter wäre gerichtlich bestellt. Oftmals handelt es sich in diesen Bereichen was Finanzen angeht etc. Eine Betreuung kann auch durch den Sozial- Psychatrischen Dienst erfolgen,- hat jedoch keinerlei rechtlich bindenden Hintergrund. Das musst du auseinanderhalten. Die Betreuung wenn es dann gerichtlich bestellt ist kann jederzeit durch deine Tochter beendet werden. Die Betreuung eines Kindes erfolgt immer durch die Jugendhilfe. Das Jugendamt ist nur 2. Jahre zuständig wo die Mutter wohnt, danach wechselt es zum Jugendamt wo das Kind lebt. Die Praxis zeigt jedoch das es auch mal locker 4 Jahre dauern kann. Jedoch ist es nicht überall so. Beachte bitte das jeder Landkreis in der Kommunalen Selbstverwaltung ist und das es keine einheitliche Richtlinien gibt. Wenn Du etwa bewirken möchtest , setze dich wie oben von mir beschrieben in der Reihenfolge mit dem Pflegekinderdienst in Verbindung.
      LG
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