Mutter auf Zeit – wenn man Pflegekinder wieder abgeben muss

      Mutter auf Zeit – wenn man Pflegekinder wieder abgeben muss

      Wenn das Jugendamt Stuttgart Kinder zum eigenen Schutz aus der Familie nehmen muss, springt sie ein: Ruth ist Bereitschaftspflegemutter. Sie und ihre Familie geben Kindern ein liebevolles Zuhause, wenn es deren eigene Familien nicht können. Zum Beispiel, weil die Eltern Suchtprobleme haben oder psychisch erkrankt sind. "Ich bin voll und ganz Mami, solange die Kinder bei uns sind. Und wenn sie danach auch noch so empfinden, dann gerne auch weiterhin. Solange eben, wie es die Kinder brauchen." Die gelernte Hebamme öffnet seit Jahren ihr Haus und Herz für die Kleinen. Und das, obwohl sie die Kinder nach einer bestimmten Zeit wieder abgeben muss. Wie lange die Kinder bleiben, ist unklar. Manchmal sind es wenige Tage, mal mehrere Wochen oder gar ein Jahr. In dieser Zeit wird geklärt, wie es langfristig für sie weitergeht. Gerade hat Ruth zum ersten Mal Zwillinge bei sich aufgenommen: Doppelte Arbeit, doppelte Freude. Viel Zeit für anderes bleibt da nicht. Als sie kamen, waren sie gerade mal fünf Wochen alt. Mittlerweile leben die Zwillinge schon fast ein Jahr bei Ruth und es steht fest: Die Kinder werden vorerst nicht zu ihrer Mutter zurückkehren. Sie sollen in eine Dauerpflegefamilie kommen. Aber wer wird sie aufnehmen? Und wie wird es Ruth gehen, wenn sie nach so einer langen Zeit wieder loslassen, wieder Abschied nehmen muss? Der Abschied - das ist für Ruth das Schwerste an der Bereitschaftspflege. Auch nach 16 Jahren und 23 Pflegekindern. "Ich weiß nicht, wie viele Abschiede so ein Herz aushält".

      Wenn über eine dumme Sache mal endlich Gras gewachsen ist,

      kommt sicher ein Schaf gelaufen, das alles wieder runterfrisst.


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