In der deutschen Kinder- und Jugendhilfe regiert die Willkür

      Danke für den Artikel, die Willkür des Jugendamtes kann ich so nur bestätigen. Mein Sohn kam 2013 in eine Bereitschaftspflegefamilie, weil ich schwer krank war und mich nicht um ihn kümmern konnte. Eine Alternative in Form von Opa und Oma gab es nicht, mein Vater war schon verstorben, meine Mutter schwer an Leukämie erkrankt. Der Vater meines Sohnes ein Totalausfall. Leider.

      In meinen allerschlimmsten Träumen hätte ich mir damals nicht ausmalen können, was die Jahre darauf alles auf mich zukommen würde.
      Ich wurde wieder gesund, aber mein Sohn kam nicht mehr zurück. Seit nunmehr 7 (!) Jahren kämpfe ich darum, weiterhin wenigstens Kontakt mit ihm zu haben.
      Doch trotz eines Beschlusses des Familiengerichtes Aschaffenburg hält sich die Pflegefamilie an nichts. Termine werden kurzfristig abgesagt, Vereinbarungen nicht eingehalten. ... Das Jugendamt schaut zu, unternimmt aber nichts. Mittlerweile sind es 16 Monate, dass ich von einem Sohn kein Lebenszeichen mehr erhalten habe.

      Als ich letztes Jahr mit der Lehrerin Kontakt aufgenommen habe, ist die Pflegemutter explodiert, Ich würde mich in ihre Erziehung einmischen. Als ich dieses Jahr danach gefragt habe, wie denn Homeschooling etc. funktionieren würde, bekam ich die Antwort, ich könne mich doch selbst mit der Schule in Verbindung setzen. Ganz egal was ich mache und wie ich es mache, die Pflegemutter stellt es in ein negatives Licht.

      Am Montag hatten wir das diesjährige Hilfeplangespräch (telefonisch). Da hat sie erst gar nicht daran teilgenommen. Und auch das wird vom JA toleriert und gedeckt, Hauptsache das JA hat keine Arbeit. Ich habe mich am Montag dazu hinreißen lassen, zum dem zuständigen Sachbearbeiter zu sagen, es ginge bei ihm nicht um langwierige Prozesse in einem Jugendamt sondern darum, dass er schlichtweg faul sei.

      Sicher haben es Pflegeeltern schwer, Aber leiblich Eltern, die sich nichts zu schulden haben kommen lassen, haben es auch nicht einfacher. Ich vermisse an vielen Stellen das Verständnis und die Empathie dafür wie es sich anfühlt, dass ein Teil von mir woanders lebt und ich nichts darüber weiß. Ich weiß nicht, geht es meinem Sohn gut, ich weiß nicht, welche Freunde er hat, was ihn gerade interessiert, was er gerne isst usw. Das ist sooo bitter.

      Ich verstehe, dass Pflegemütter an den Kindern hängen. Aber ich habe mittlerweile null Verständnis dafür, wenn dafür die leiblichen Eltern diesen hohen Preis dafür bezahlen müssen!
      Hallo,

      ja, ich habe letzten Oktober Klage beim Familiengericht eingereicht. Dem gingen zahlreiche Versuche meiner Anwältin voraus, mit dem Sachbearbeiter des Jugendamtes ein sachliches Gespräch zu führen. Ich muss dazu sagen, dass "der Fall" im letzten Jahr vom Jugendamt Aschaffenburg an das Jugendamt Darmstadt gewechselt hat, da die Pflegestelle in Darmstadt ist. Erst war ich froh, weil ich wirklich dachte, in Hessen denkt man liberaler als in Bayern. Das sollte sich bald als Irrtum herausstellen. Seitdem hat sich die Situation dramatisch verschlechtert.
      Die Akte liegt auf Anfang August beim Familiengericht … und es vergeht Woche um Woche, ohne dass etwas passiert.

      Herzliche Grüße
      Christine
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