Tiefe Trauer

      Hier sitzen wir nun vor dem Scherbenhaufen unser 12,5 Jahre wärenden Dauerpflege mit Wusel. Einige von den älteren Usern kennen uns ja persönlich, oder haben den damaligen Werdegang 2007 mit der Beendigung des Verhältnissses mit C und dem Beginn der Pflege mit Wusel mit erlebt. Was haben wir alles in den Jahren mit dem damals 1,07 mtr. großen Kind erlebt. FASD und ADHS waren die damaligen Diagnosen. Er war stark entwicklungsverzögert. Wir haben in damals in den Lebenshilfe Kindergarten gegeben. Arztbesuche bei Psychologen, Spezialisten für ADHS und viel mehr. wir haben viel gelacht, geweint (jetzt besonders) viel tolle Reisen mit ihm unternommen, unheimlich viele schöne Dinge mit ihm erlebt. Wenn andere ihn sehen, sagen sie oft, man, was habt ist blos aus dem geworden, wie hat der sich entwickelt. Wir mussten uns um viele Dinge wie Schulbegleitung und Schwerbehindertenausweis kümmern. Wir fühlen uns jetzt so leer. Aber um uns selbst zu schützen, geht es jetzt nicht mehr. Das Jugendamt, die Familienhilfe und wir haben gestern zusammen gesessen und beschlossen, das er jetzt in eine Einrichtung kommt. Wir werden sie mit ihm zusammen aussuchen. Er darf weiterhin gerne bei uns kommen, wir werden ihn nicht, wie seine Eltern einfach in Stich lassen. Wir werden es ihm ermöglichen weiterhin seine geliebten Haustiere, seine Freund weiter zu besuchen. Was ich fatal finde, wir bräuchten jetzt Hilfe, das Jugendamt hat nur das Ziel ihn schnellstmöglich aus dem Haus zu nehmen. Ich denke, damit hat sich für uns das Theam Pflege erledigt, wir können und wollen nicht mehr. Auch hier werde ich mich dann in Zukunft nur noch sporadisch mal melden. Ich wünsche allen Usern hier, das eure Verhältnisse besser enden als unsers
      Die Welt ist voll von kleinen Freuden, man muß nur ein Auge dafür haben, sie zu sehen
      Lieber Schlanke Birke,

      es tut mir sehr leid, dass Ihr Euch von Wusel trennen müsst.

      FAS und Pubertät sind eine hochbrisante Mischung. Wir haben das auch durch mit unserem PS. Mit 16,5 Jahren ging es nicht mehr. Er war dann ca. zwei Jahre in der stationären Jugendhilfe. Jetzt ist er 23 Jahre und seit fünf Jahren wieder unter unseren Fittichen. Er hat auch FAS.

      Ich wünsche Euch, dass eine gute Einrichtung für Wusel gefunden wird, dass der Kontakt nicht völlig abbricht. Wer weiß, was in Zukunft möglich ist?

      Ich wünsche Euch, dass Ihr nach der Trauerzeit neuen Mut und Lebensfreude findet. Die Ernte der 12,5 Jahre Eures Einsatzes wird später eingefahren werden, davon bin ich überzeugt. Nicht so, wie Ihr es gewünscht habt, aber anders. Habt Geduld.

      liebe Grüße
      Kati
      Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. (E. Kästner)
      Das zu lesen, macht ziemlich traurig. Das schlimmste ist das drumherum, das einfach stehen gelassen werden. Man hat irgendwie "ausgedient" und fühlt sich auch so behandelt.
      Wir haben im letzten Herbst ein Pflegeverhältnis beenden müssen. Erst war es wichtig, das alles so toll läuft und wir uns um alles gekümmert haben und dann haben wir uns gefühlt, als wären wir das Letzte. Bei uns betraf das allerdings nur den Vormund des Kindes.
      12,5 Jahre ist eine verdammt lange Zeit. Ihr behaltet den Kontakt und das Kind merkt,das es euch weiterhin wichtig ist. Manchmal muss man den Weg gehen um sich selbst zu schützen. Hilfe erwarten, weil man selbst mit der Situation hadert, ist oft Fehlanzeige. Man wird allein gelassen, wie so oft von den Verantwortlichen.
      Ich wünsche euch alles Gute und ganz wichtig, hört auf euer Herz. Toll das ihr für das Kind weiter da sein könnt.
      Kommt erst mal zur Ruhe und passt gut auf euch auf. Es wäre wirklich toll, bald wieder von euch zu lesen.
      Durch euren Erfahrungsschatz können hier auch andere PE Hilfe erhalten.

      Lieben Gruß Ina
      Wenn über eine dumme Sache mal endlich Gras gewachsen ist,

      kommt sicher ein Schaf gelaufen, das alles wieder runterfrisst.


      Neu

      lieber Schlanke Birke, liebe Chrissi,
      das tut mir unendlich leid für Euch und ich wünsche Euch, dass Ihr gemeinsam eine wirklich gute Einrichtung findet und dass Ihr den Kontakt halten könnt in dem Maße, wie Ihr es könnt/wollt/wie es gut für Euch und Wusel ist.
      Seid Ihr Vormund, so dass Ihr wirklich noch die Möglichkeit habt, den Weg mitzubestimmen?
      Wie furchtbar , vom JA jetzt so wenig wertschätzend behandelt zu werden.
      Was sich solche SA denken, ob sie glauben, man trauert nicht oder was? Das wird sich mir nie erschließen.
      Viel Kraft und gute Begleitung durch Freunde, andere Pflegeeltern, die mitfühlen, was Ihr durchmacht
      LG
      Anna H.
      Mein Pflegesohn versucht gegen jede Grenze anzugehen, er schreit, er
      tobt, er nörgelt und er liebt uns so sehr, daß es mich jeden Tag, an dem
      ich die Kraft habe , es wahrzunehmen, bis in Innerste berührt.
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