Inobhutnahme Neffe, wie ist es mit Unterstützung?

      Inobhutnahme Neffe, wie ist es mit Unterstützung?

      Hallo zusammen,

      seit dem 05. August diesen Jahres wohnt mein Neffe bei mir. Er hat sich am 06. August beim Amt gemeldet und möchte nicht mehr nach Hause.

      Seit nun mehr als zwei Monaten wird gerade geregelt ob er in eine Wohngruppe kommt. Finde ich ja schon etwas gruselig, dass das so lange dauert, aber er darf ja auch gerne bei mir bleiben.

      Wir haben uns nun noch einmal zusammen gesetzt, da er nicht unbedingt in eine Wohngruppe möchte. Ihm war meine Wohnung zu klein (verständlich in einer 2 Zimmer Wohnung). Ich habe ihm gesagt, dass wenn er möchte ich auch gerne umziehe um ihm ein behagliches Leben zu ermöglichen, dazu habe ich mich nun mit meiner Schwester darauf geeinigt ihn aufzunehmen und als Verwandtschaftspflege tätig zu sein.

      Meine Frage ist nun, da ich ja seit Beginn für ihn da bin und er auch schon seit zwei Monaten auf Nachfrage vom Jugendamt bei mir wohnt (sie wollten ihm das Heim ersparen, da die Kinder dort wahrscheinlich nicht gut für ihn sind).

      Steht mir für die Zeit in der er bei mir lebt Pflegegeld zu, es sind ja Kosten entstanden und das JA war ja damit einverstanden, dass er bei mir bleibt? Oder sollte ich den Antrag einreichen und ab jetzt steht es mir zu? Die Verwandtenpflege hat noch nicht begonnen, wir wollen dies nun möglich machen. Im Moment bin ich auch ganz froh, dass die Mutter dies so gut mitmacht.

      Außerdem geht es um den Umzug, er benötigt dann eine komplette Ausstattung für sein Zimmer, übernimmt das Amt diese Kosten?

      Wo bekomme ich die Anträge her, sind es welche zum ausfüllen oder muss ich das JA anschreiben? Da die Mutter meines Neffen leider nicht die hellste ist und solche Fragen dem Amt nicht stellt, da sie zufrieden ist, wenn sie nichts machen muss, weiß ich leider auch nicht wen ich fragen sollte.
      Auf der Website der Stadt habe ich nichts gefunden und das JA kann mir angeblich nicht weiter helfen.

      Was ist außerdem zu beachten, bevor ich dieses Pflegeverhältnis eingehe?

      Vielen Dank für Ratschläge und Hilfe

      Gruß
      Tante-Fifi
      Hallo und Willkommen hier bei uns Tante Fi-fi,
      wichtig ist auf jeden Fall das die Mutter beim Jugendamt einen Antrag unterschreibt, der sich "Hilfe zur Erziehung" nennt. Dieser ist nötig um Pflegegeld zu bekommen.
      Wie alt ist dein Pflegesohn?
      Ebenso steht dir das Kindergeld zu.
      Wenn die Mutter den Antrag Hilfe zur Erziehung gestellt hat, im Jugendamt eine Beihilfe zu Ausstattung (Möbel) beantragen.

      LG Ina
      Wenn über eine dumme Sache mal endlich Gras gewachsen ist,

      kommt sicher ein Schaf gelaufen, das alles wieder runterfrisst.


      Hallo Tante-Fifi,

      Was ist außerdem zu beachten, bevor ich dieses Pflegeverhältnis eingehe?


      wie die Hilfe zur Erziehung kann nur der Sorgeberechtigeter Dinge beantragen/regeln (Schule etc.) , also im Moment die Mutter. Wenn Sie schreiben, dass die Mutter ihres Neffen "nicht die hellste" ist und lieber ihre Ruhe haben will könnte das in der Zukunft also viele Probleme mit sich bringen.

      Ggf. wäre es sinnvoll, wenn das Sorgerecht auf Sie übertragen wird (freiwillige Sorgerechtsübertragung). Als Vormund könnten Sie dann diese Anträge selbst stellen bzw. Entscheidungen für ihr Pflegekind treffen. Außerdem hätte die Mutter ihres Neffen dann ihre Ruhe.

      Ob das für Sie in Frage kommt hängt natürlich auch vom Kind bzw. dessen Alter ab.
      Hallo ihr beiden und vielen Dank für eure Hilfe.

      Da ich mich scheinbar an meine Schwester wenden muss, werde ich das wohl mal in Kauf nehmen.
      Mein Neffe ist übrigens 15 Jahre alt

      Bis jetzt ist meine Schwester, zum Glück, sehr kooperativ und geht fast alles an. Doch leider nicht die wesentlichen Probleme, die werden weiterhin totgeschwiegen oder auf andere abgewälzt, da man selbst natürlich nicht daran Mitschuld tragen kann, dass das Kind ist wie es ist.

      Ich bin gespannt auf die Zukunft, wobei sich mein Neffe Mental schon ziemlich beruhigt hat und sich recht wohl fühlt.
      Ich merke nur dass er bei Konfliktsituationen, die normal in seinem Alter auftreten, recht emotional reagiert und oft mit ängstlichem Blick dreinschaut und sehr hilflos wirkt um für sich einzustehen.

      Aber wir üben und arbeiten an einem gesunden Selbstbewusstsein, in einer gesunden Umgebung.

      Ich bin wirklich froh, dieses Forum gefunden zu haben, da hier reichlich Punkte besprochen werden, die sehr hilfreich für mich sind.

      Das mit der Übertragung der Vormundschaft hat sie so selber auch schon vorgeschlagen, jedoch nicht durchgezogen, wie leider allzu oft bei ihr. Ankündigungen machen und dann nicht durchziehen.

      Ich werde weiterhin dabei bleiben und mich kümmern und sie immer wieder anschubsen.

      LG Helene
      Hallo Tante-Fifi,

      [...] „Geben die Eltern das Kind für längere Zeit in Familienpflege, so kann das Familiengericht auf Antrag der Eltern oder der Pflegeperson Angelegenheiten der elterlichen Sorge auf die Pflegeperson übertragen. Für die Übertragung auf Antrag der Pflegeperson ist die Zustimmung der Eltern erforderlich. Im Umfang der Übertragung hat die Pflegeperson die Rechte und Pflichten eines Pflegers“. [...] Quelle: pevdi.de/freiwillige-sorgerech…nach-%C2%A7-1630-iii-bgb/

      die Übertragung des Sorgerechts kannst auch Du beim Familiengericht beantragen. Die Mutter müsste dann "nur noch" zustimmen. Ggf. geht das auch schriftlich, sodass sie gar nicht vor Gericht erscheinen müsste. Das könntest Du ggf. mit einem Anwalt klären. Außerdem kann ein 15jähriger da ein gehöriges Wort mitsprechen.

      Das Dümmste, was dir passieren könnte wäre, dass das Sorgerecht der LM entzogen wird und ein Vormund/Pfleger (ggf. beim Jugendamt) eingesetzt wird. Pflegeeltern bekommen da oft gar nichts von mit (obwohl das rechtlich nicht korrtekt ist). Und dann entscheidet der, was "gut für das Kind" ist (Schule, Besuchskontakte, Ausbildung etc.) und Du darfst das im Rahmen der "Hilfe zur Erziehung" umsetzen.
      Hallo zusammen,

      ich habe mit meiner Schwester gesprochen und Sie darum gebeten, die Hilfe zur Erziehung zu beantragen. Ich denke ich werden Sie noch ein paar mal darauf Aufmerksam machen, da bis jetzt leider noch nichts passiert ist und sie immer etwas braucht, bis sie es umsetzt.

      Sie hat zwar letztens behauptet sie möchte die Vormundschaft abgeben, hat es dann aber doch sein lassen. Am Freitag hat sie sich dazu entschieden, dass sie ihren Sohn jetzt offiziell ummelden möchte (auf meine Adresse), was ich ihr schon länger geraten habe. Außerdem habe ich ihr gesagt, dies beim Amt zu melden und deshalb alles etwas zu beschleunigen, jedoch dauert auch dies alles länger.

      Ich hoffe das so langsam mal was passiert, damit ich mir auch eine größere Wohnung suchen kann (ich sehe es nicht ein allzu sehr in Vorkasse zu treten, um am Ende auf allem sitzen zu bleiben). Ich möchte ihm gerne ein vernünftiges zu Hause geben und helfen, doch im Moment zieht es sich sehr.

      Am Wochenende habe ich einen Kontakt von einem Jugendamtmitarbeiter bekommen, da werde ich mich heute Abend mal melden, damit der mir mal weiterhelfen und Tipps geben kann, wobei ich denke dass er mir nicht weiter helfen wird.
      Bis jetzt habe ich ja leider nur schlechte Erfahrungen gemacht.

      Mal sehen wie lange sich das noch hinzieht.

      Neu

      Kleines Update,

      ich habe die Hilfe zur Erziehung für mein Schwester nun eingereicht. Nun wird wohl alles anlaufen mit mir als Pflegemutter für meinen Neffen, mal sehen wie lange sich das ziehen wird.

      Muss ich nun einen Antrag auf Pflegegeld einreichen oder bekommt man dazu nun einen Antrag per Post zugesendet?

      Meine Schwester scheint sehr kooperationsbereit, jedoch macht sie kaum etwas von allein. Als ich ihr sagte, sie soll den Antrag schriftlich stellen, hat sie dort angerufen, man hat ihr gesagt es wird sich um diese Situation gekümmert und fertig war das Thema für sie. Super Nervig, aber so ist es immer mit ihr.

      Mein Neffe fährt außerdem dieses Schuljahr auf seine Abschlussfahrt und muss dafür noch die Gelder beantragen. Wisst ihr vielleicht ob ich das alles schon jetzt für ihn machen kann oder ob man warten muss, bis alles durch ist?

      Ich meine ich kann ja nicht ewig warten, dann steh ich am Ende da und muss den ganzen Kram wieder von meinem Geld zahlen?

      Vielen Dank für die Hilfe

      Neu

      Wenn Hilfe zur Erziehung beantragt ist, dann musst Du keinen extra Antrag auf Pflegegeld einreichen. Das Verwaltungsverfahren läuft beim zuständigen JA. Wenn es allerdings länger mit dem Bescheid dauern sollte, dann kannst Du einen "Vorschuss" beantragen.

      § 42 SGB I Vorschüsse
      (1) Besteht ein Anspruch auf Geldleistungen dem Grunde nach und ist zur Feststellung seiner Höhe voraussichtlich längere Zeit erforderlich, kann der zuständige Leistungsträger Vorschüsse
      zahlen, deren Höhe er nach pflichtgemäßem Ermessen bestimmt. Er hat Vorschüsse nach Satz 1 zu zahlen, wenn der Berechtigte es beantragt; die Vorschußzahlung beginnt spätestens nach Ablauf eines Kalendermonats nach Eingang des Antrags.
      (2) Die
      Vorschüsse sind auf die zustehende Leistung anzurechnen. Soweit sie diese übersteigen, sind sie vom Empfänger zu erstatten. § 50 Abs. 4 des Zehnten Buches gilt entsprechend.
      (3) Für die Stundung, Niederschlagung und den Erlaß des Erstattungsanspruchs gilt § 76 Abs. 2 des Vierten Buches entsprechend.

      LG
      Kati
      Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. (E. Kästner)
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