Urteile Namensänderung Pflegekinder

      Urteile Namensänderung Pflegekinder

      Hallo,

      Kati hat am 17. Juni 2015 ein interessantes Urteil zum Thema Namensänderung bei Pflegekindern hier ins Forum gestellt (Änderung des Familiennamens eines Pflegekindes).

      Besonders interessant an diesem Urteil ist, dass die Pflegeeltern nicht Vormund waren. Wenn ich das also richtig gelesen habe hat das Jugendamt die Namensänderung beantragt.

      Nach einem Urteil des BVerwG könne der Familienname jedenfalls eines »in Dauerpflege aufwachsenden und unter pflegeelterlicher Vormundschaft stehenden nichtehelich geborenen Kindes« schon dann in den Pflegeelternnamen geändert werden, »wenn dies dem Wohl des Kindes förderlich ist« und überwiegende Interessen an der Beibehaltung des Namens nicht entgegenstehen.

      Problem für viele Pflegeeltern hier ist die Vormundschaft, da manche Jugendämter alles dafür tun damit Pflegeeltern diese nicht erhalten (obwohl das weder dem Gesetz noch dem Wohl des Kindes entspricht).

      Sind Pflegeeltern kein Vormund kann trotzdem eine Namensänderung stattfinden. Diese müsste allerdings der Personensorgeberechtigte beantragen. Den Vorgang der Namensänderung können Pflegeeltern ohne Vormundschaft also nicht "in Gang" setzen.

      Außerdem reicht es dann wohl rechtlich nicht, dass die Namensänderung »dem Wohl des Kindes förderlich ist«, sie muss dann »für das Wohl des Kindes erforderlich sein«.

      [...] Dazu müsste die Namensänderung solche erheblichen Vorteile mit sich bringen oder ohne sie so schwerwiegende Nachteile zu gewärtigen sein, dass die Beibehaltung des Namens verständigerweise nicht zumutbar erscheint (vgl. BVerwGE 116, 28 [41 f.]). ... Eine Namensverschiedenheit zwischen Eltern und Kindern oder zwischen zusammen aufwachsenden Kindern ist nichts Ungewöhnliches und
      zumal für Kinder in Pflegefamilien die Regel, nicht die Ausnahme. Sie kann in einer dem jeweiligen Alter des Kindes angemessenen Weise erklärt werden. Nachfragen, etwa im Kindergarten oder in der Schule, wenn sie überhaupt in nennenswertem Umfang vorkommen sollten, lassen sich mit der dem Kind ohnehin bekannten Situation des Pflegeverhältnisses erklären, der nichts Ehrenrühriges anhaftet. Bloße Unannehmlichkeiten infolge der Namensverschiedenheit zu den Pflegeeltern und Pflegegeschwistern können die gedeihliche Entwicklung des Kindes nicht ernsthaft beeinflussen und vermögen daher die Erforderlichkeit einer Namensänderung nicht zu begründen… [...] Quelle: Bayerischer Verwaltungsgerichtshof

      Meine Frage: Kennt ihr (weitere) Urteile / Beispiele für eine Namensänderung bei denen die PE keine Vormünder waren?
    Ungelesne Beiträge