Vormundschaft

      Hallo Petra, herzlich Willkommen im Forum. Zu deiner Frage ein klares nein. Die Kinder kommen aus den Familien raus, weil das Kindeswohl gefährdet ist, kommen meist dann zu Bereitschaftspflegeeltern um dann in einer Pflegefamilie untergebracht zu werden. Bei Verwandtenpflege ist es meist so, das die Großeltern die Kinder aus den Familien übernehmen. Die LM unseres Kindes wollte gern, das es in ein SOS Kinderdorf kommt, das JA hat anders entschieden
      Die Welt ist voll von kleinen Freuden, man muß nur ein Auge dafür haben, sie zu sehen
      Leibliche Eltern haben keine Vormundschaft. Wenn ihnen nicht vom Gericht das Sorgerecht (oder Teile davon) entzogen wurden, besitzen sie das Sorgerecht.

      Dieses beinhaltet auch das Aufenthaltbestimmungsrecht. Wer dieses Recht hat kann bestimmen wo das Kind sich aufhält. Besitzen die Eltern dieses Recht (wenn sie das Sorgerecht haben besitzen sie es), könnten sie theoretisch zu jeder Zeit das Kind holen oder woanders hinbringen.

      Sollten sie das ankündigen können sich Pflegeeltern vor der Herausnahme durch eine Verbleibendsanordnung wehren. Mehr Infos hierzu: marquardt-wilhelm.de/adoptivrecht/verbleibensanordnung.html

      Bei Kindeswohlgefährdung müsste dann auch das Jugendamt einschreiten. Drohen die leiblichen Eltern damit - und wäre das gegen das Kindeswohl - müsste das Jugendamt sich ans Gericht wenden und beantragen die elterliche Sorge als ganzes (Vormundschaft) oder Teile (Pfleger) davon (Aufenthaltbestimmungsrecht) auf jemand anders zu übertragen.

      Rechtlich ist es aber so, dass wenn LE das Sorgerecht haben so lange über ALLE Belange des Kindes entscheiden können, bis ihnen das Sorgerecht (oder Teile davon) entzogen wurden.

      [...] Wird ein Kind oder ein Jugendlicher außerhalb der eigenen Familie untergebracht (Pflegestelle oder Heim), so sind der Personensorgeberechtigte und das Kind bzw. der Jugendliche bei der Auswahl der Pflegestelle oder des Heims zu beteiligen (§ 36 SGB VIII). [...] Quelle: ombudschaft-nrw.de/rechte-der-…-bei-hilfe-zur-erziehung/

      Auch bei der Auswahl der Pflegestelle ist der Personensorgeberechtigte (LE mit Sorgerecht) zu beteiligen.

      Das JA kann nicht "gegen den Willen" des Personensorgeberechtigten entscheiden. Das Jugendamt "berät" den Personensorgeberechtigten im Rahmen der Hilfe zur Erziehung. Wenn dies LE sind stimmen sie entweder den Vorschlägen des JA freiwillig zu, oder wenn nicht, muss das JA sich an das Gericht wenden und beantragen einen Vormund/Pfleger einzusetzen - der dann den Vorschlägen des JA zustimmt. Aber das Gericht kann das natürlich auch anders sehen.....

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