Stina Wirsén: Klein

      Stina Wirsén: Klein

      Dies ist die herzbeklemmende Geschichte von einem kleinen Wusel, genannt Klein. Es geht ihm nicht gut. Viel zu oft gibt es zu Hause Streit. An viel zu vielen Tagen hat Klein zu Hause Angst. Aber davon kann es keinem etwas sagen. Oder? Und wer hilft ihm, wer tröstet es, wer bringt es ins Bett, wenn es wieder so ist? Keiner. Oder?

      Es kommt ein Tag, an dem Klein einfach von seiner Not erzählt. Die Erzieherin in der Kita ist so lieb, da traut es sich. Und das ändert alles.


      Klett Kinderbuch, Leipzig 2016. 40 S., 9,95 Euro

      amazon.de/Klein-Stina-Wirs%C3%…FKinderbuch%2C+Jugendbuch


      Aus der Frankfurter Rundschau:

      Die Hauptperson hat ungefähr die Figur eines Meerschweinchens, sie steht aufrecht. „Klein“ heißt das Buch. „Sieh mal!“, beginnt der knappe Text, „Eins ist klein und heißt Klein. Und zwei sind groß und heißen Groß und Stark.“ (...)

      Stina Wirséns Buch mit seinen putzigen Figuren handelt eigentlich davon, wie Kinder Erwachsenen ausgeliefert sind. (...)

      Die Geschichte geht so: Bei Klein zu Hause gibt es heftigen Streit, weshalb Groß verschwindet und Klein verstört mit Stark zurückbleibt. Dem fällt der Ärger in Brocken aus dem Gesicht. Stark ist so mit sich beschäftigt, dass Klein weder trösten darf, noch selbst getröstet wird. Zum Glück steht die Nachbarstür offen. „Jemand fragt, ob Klein traurig ist. Klein sagt nein, dabei ist Klein doch traurig. Im ganzen Bauch traurig und im Kopf und in den Armen auch.“ Klein ist nur noch ein graues Häuflein. Aus den kurzen Sätzen und der extrem reduzierten Zeichnung spricht die ganze Verzweiflung dieses Wesens.

      Am nächsten Tag erzählt Klein aber im Kindergarten der Frau Traulich, was los ist. Die nimmt Klein in den Arm, später telefoniert sie lange. Der Schlüssel zur Lösung von Kleins Problem liegt darin, über die Sorgen zu sprechen. Das klingt sehr einfach, bietet jedoch für ein Kind die einzige Möglichkeit, der Ohnmacht zu entfliehen. Die Autorin denkt die erwachsenen Leser mit, denkt an Eltern, Erzieher, Onkel, Tanten, Nachbarn, an alle, denen eine Situation zwischen Klein und Groß seltsam vorkommen könnte. Wirsén schließt mit einem Versprechen für die einen und einer Aufforderung für die anderen: „Denn alle, die groß sind, sollen sich um die kümmern, die klein sind. So ist das.“ (...)

      fr-online.de/literatur/bilderb…in-,1472266,34033970.html
      Anfangs lieben Kinder ihre Eltern. Wenn sie älter werden, halten sie Gericht über sie. Bisweilen verzeihen sie ihnen.

      Oscar Wilde
    Ungelesne Beiträge