Jedes Kind ist gut so, wie es ist

      Jedes Kind ist gut so, wie es ist

      17 Mädchen und Jungen zwischen einem halben und sieben Jahren hat Helga Klein seit 2003 ein Zuhause gegeben. Sie ist Kurzzeitpflegemutti mit Leib und Seele. 1999 begegnete sie zum ersten Mal einem Pflegekind. Ihr jüngster Sohn wurde damals in Lögow bei Wusterhausen eingeschult, seine Klassenlehrerin war selbst Pflegemutter.
      Großderschau. „Hier hat er seine ersten Schritte gemacht, ist plötzlich hin und her gelaufen. Was für ein Moment.“ Noch immer ist Helga Klein ganz gerührt, wenn sie an die Erlebnisse mit ihren Pflegekindern zurückdenkt. In Fotoalben hat sie die Zeit mit dem Nachwuchs auf Zeit festgehalten. Jetzt sitzt sie davor und blättert mit seligem Lächeln und einer Mischung aus Freude und Melancholie durch die Erinnerungen.

      17 Mädchen und Jungen zwischen einem halben und sieben Jahren hat Helga Klein seit 2003 ein Zuhause gegeben. Sie ist Kurzzeitpflegemutti mit Leib und Seele. 1999 begegnete sie zum ersten Mal einem Pflegekind. Ihr jüngster Sohn wurde damals in Lögow bei Wusterhausen eingeschult, seine Klassenlehrerin war selbst Pflegemutter. „Bis dahin hatte ich das gar nicht so wahrgenommen“, erinnert sich Helga Klein. Mit Begeisterung habe sie damals miterlebt, wie sich das Kind entwickelte und wie wunderbar die Mutter mit ihm umging. Von da an war die Idee, selbst Pflegekinder aufzunehmen in ihrem Kopf.

      2001 zog Helga Klein mit ihren beiden Söhnen nach Großderschau. Zwei Jahre später las sie den Aufruf „Pflegeeltern gesucht“ in der Zeitung. Es war die Initialzündung, die lang gehegte Idee in die Tat umzusetzen. Helga Klein wandte sich ans Jugendamt und begann kurz darauf mit einem neunmonatigen Lehrgang, der sie auf ihre Aufgabe vorbereitete. Sie lernte viel zur Entwicklungspsychologie und wie Pflegeverhältnisse verlaufen. Auch rechtlichen Grundlagen wurden behandelt.„Gesund muss man sein und Platz muss man haben. Sie müssen bereit sein Liebe zu geben und Lust und Kraft dazu haben“, fasst sie die Grundvoraussetzungen zusammen. Natürlich gibt es auch schwierige Zeiten, schließlich kommen die Kinder aus Problemsituationen, ihre Eltern stecken in Krisen, sind gesundheitlich, nervlich oder suchtbedingt angeschlagen. Das geht an den Kindern nicht spurlos vorbei und kann sich schon mal in Ausbrüchen äußern. Wichtig sei es, die Kinder so zu nehmen wie sie sind. „Man sollte gar keine, aber auch gar keine Erwartungen an ein Kind haben. Dann ist es leichter für das Kind und auch für die Pflegeeltern. Jedes Kind ist gut so, wie es ist“ betont Helga Klein.

      Die Frau mit dem ansteckenden Lachen hat eine unheimliche Ausstrahlung, sie strotzt vor Energie und Tatendrang. Ohne Zweifel kann sie gut mit Kindern umgehen. Unentwegt und mit ansteckender Begeisterung plaudert sie über die Erlebnisse mit ihren Schützlingen. Dabei leistet sie nicht nur im privaten Großes. Ganz nebenbei leitet sie auch die Geschicke im Heimathaus Großderschau. Zu viel ist ihr die Arbeit mit den Kindern, die für sie keine Arbeit ist, nie. Im Gegenteil, sie mag es nicht, wenn es ruhig im Haus ist, sie will Leben in der Bude haben. Ihre Bude ist ein Vierseitenhof. Enten und Hühner wuseln hier, große Wiesen laden zum Toben ein, Schaukel und Trampolin gehören zur Grundausstattung. Für Kinder ein Paradies. Hier sah Helga Klein zu wie ihre Schützlinge laufen und sprechen lernten, sie beobachtete wie Ängste verschwanden und wie der Glanz in ihren Augen, den viele verloren hatten, wiederkehrte. „Es ist etwas sehr Erfüllendes Kinder ein Stück zu begleiten“, sagt Helga Klein und streicht über die Fotos, die lachende Kinderaugen zeigen. Nur eines schmerzt: der Abschied. Daran konnte sie sich nie gewöhnen. Das Loslassen ist nicht einfach, aber für Kurzzeitmuttis, wie Helga Klein gehört es eben dazu. Bis zu einem halben Jahr bleiben die Kinder in der Familie, danach sollen sie entweder zurück zu den Eltern, zu einer Langzeitpflegefamilie oder ins Heim. Die Wege sind sehr unterschiedlich. Trotzdem: „Diese Aufgabe ist eine Herzensangelegenheit, wer das nicht so sieht, sollte es lassen.“

      Info: Das Jugendamt unterstützt Pflegeeltern und die, die es werden wollen. Ansprechpartner sind: Yvonne Senst, Tel. 03321/4035205, yvonne.senst@havelland.de und Christine Seeberger, Tel. 03321/4035242, christine.seeberger@havelland.de.

      Quelle : http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Helga-Klein-ist-Pflegemutter-mit-Leib-und-SeeleSeele[/url]
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